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Letzte Aktualisierung: 03.12.2018 11:04

Brother MFC-J985DW im Test

Als teuerster Gefährte in der Testreihe der Multifunktionsdrucker war der MFC-J985DW nicht nur vom Namen her der Komplizierteste, sondern auch von der Handhabung. Auf den ersten Blick wirkt er so zwar recht solide und stabil, wohingegen der zweite Blick einen anderen Eindruck vermittelt. Eine wackelige Klappe für das Scanfeld und eine ebenso wackelige Papierkasette für die Einlage von Blättern bestärken das Gefühl der extremen Vorsicht im Umgang mit diesem Druckermodell von Brother. Um allerdings nicht nur negative Eigenschaften zu nennen, muss auch erwähnt werden, dass er dennoch im Hinblick auf Farbe und Form modern designt ist und soweit auch einen soliden Job macht.

Lieferumfang

Auch der Brother wird gut verpackt in einem Karton mit Styroporhalterungen geliefert. Zudem wurden hierbei auch extra Felder für das Zubehör wie die Kabel, die vier Tinten-Patronen und Anleitungen eingeplant.

Die Bedienungs- als auch installationsanleitung sind im Gegensatz zu den vorherig beschriebenen Geräten ziemlich ausführlich und im Falle der Installationsanleitung auch mit Bildern versehen. Außerdem können die Anleitungen wirklich ganz einfach auf der Brother Homepage heruntergeladen werden, falls man sie mal verlegen sollte. Ein wirklich hilfreicher Punkt, da dies bei HP beispielsweise nicht immer leicht ist.

Leider ist auch hier im Lieferumfang kein USB-Kabel enthalten, dafür jedoch gleich zwei Kabel für den Fax-Anschluss und zwar für Österreich und Deutschland als auch für die Schweiz. Natürlich gibt es aber auch wieder eine Installations-CD. Auf alten Windows-Rechner lassen sich die CD's problemlos einlegen, für neue Geräte ohne Laufwerk kann man die Treiber auch online downloaden.

Einrichtung

Zunächst einmal muss auch dieser Multifunktionsdrucker an den Strom angeschlossen werden. Wurde dies erledigt, kann erst einmal ein Blatt für den Test-Druck in die herausnehmbare Papierkasette unter dem Bedienfeld eingelegt werden. Danach können auch schon die Tinten-Patronen eingesetzt werden. Dieser Schritt ist besonders angenehm, da dieses Mal nicht das gesamte Feld für den Scanner angehoben werden muss, um an das Feld für die Tinten-Patronen zu gelangen. Oh nein! Dieses Mal musste einfach eine kleine Klappe auf der rechten vorderen Seite des Druckers geöffnet werden, wo die Patronen ganz unkompliziert eingesetzt werden konnten. Einer der sehr angenehmen Vorteile, dass dieses Produkt mit sich bringt. Die gesamte Einrichtung erfolgt über das vorhanden Display.

An dieser Stelle angekommen muss jedoch ein wenig Geduld aufgebracht werden, da die Patronen nun konfiguriert werden und dies ein paar Minuten dauern kann. Wobei sich die Wartezeit mit rund fünf Minuten noch in Grenzen hält und Zeit gibt, eine Kaffee- oder auch Teepause einzulegen. Nach der kleinen Pause stand auch schon die Entscheidung des Anschlusses an. Des Vergleiches halber wurde erst einmal der USB-Anschluss gewählt. Also USB-Kabel ran und Treiber mit Software installieren. Entweder von der mitgelieferten CD oder heruntergeladen von der Homepage. Der Drucker selbst druckt hierfür auf Anweisung auch eine genaue Anleitung aus.

Soll drahtlos gedruckt werden, muss erst einmal der WLAN Assistent im Gerät aufgerufen und der Netzwerkschlüssel eingegeben werden. Allerdings gab es hierbei das Problem, dass der Drucker beim ersten Versuch nicht gefunden wurde. Aus diesem Grund hat die Einrichtung der Drahtlosverbindung um die 45 Minuten gedauert, was aber auch nicht so ablaufen muss. Der zweite Versuch ist dann auch geglückt. Einfach geht es über LAN, denn mit dem LAN-Anschluss ist man direkt mit dem Internet verbunden.

Sind dann Treiber und Software endlich installiert und eingerichtet, kann man auch schon drucken, scannen, kopieren oder faxen. Der Brother hat zudem einen Funktionsvorteil, nämlich den integrierten und nicht nur erweiterten Duplex-Druck (beidseitiger oder auch zweifarbiger Druck).

Anschlussmöglichkeiten

Wie bereits angedeutet, verfügt der dieses Modell auch über viele Anschlussmöglichkeiten. So findet man hier einen USB-Anschluss, einen Ethernet-Anschluss, Fax-Anschluss als auch einen Kartenleser vor.

Ein USB-Kabel ist ja leider auch hier nicht dabei, deshalb sollte beachtet werden, dass eines entweder an anderer Stelle abgezweigt oder neu gekauft werden muss. Generell ist hier der Anschluss für das USB-Kabel neben dem Kartenleser zu finden, während sich der Ethernet-Anschluss auf der Rückseite beim Netzkabelanschluss befindet. Die drahtlose Verbindung kann, wie oben beschrieben, über den wlan Assistenten hergestellt werden, wozu dieser im Gerät ausgewählt wird. Außerdem ist es möglich, auch über das Smartphone zu drucken. Hierfür existiert wieder eine App, die die Bezeichnung “iPrintandScan” trägt.

Neben diesen Möglichkeiten der Herstellung einer Verbindung zwischen Drucker und Computer oder Smartphone, gibt es das Smartphone betreffend eine weitere Möglichkeit, nämlich das Drucken über NFC (Near-Field-Communication). Dazu muss die Drucker-App auf dem Handy geöffnet und die NFC-Funktion in den Einstellungen des Smartphones erst einmal vorhanden und auch aktiviert sein, um im Nu drucken oder auch scannen zu können. Eine weitere Funktion stellt auch Apple Airprint dar, was den drahtlosen Druck über die Betriebssysteme iOS und Mac OS X ermöglicht.

4-in-1 Tinten-Multifunktionsdrucker

Der MFC-J985DW ist ein Allrounder und kann nicht nur drucken und scannen sondern gleichzeitig kopieren und faxen. Und genau das macht ihn so besonders. Für wenig Geld hat man alle notwendigen Funktionen. Der Brother ist mit der Piezo-Tintendruck-Technologie ausgestattet und hat eine Reichweite von bis zu 2.400 Seiten bei der Schwarzpatrone und 1.200 Seite mit der Farbpatrone.

Die Scannauflösung liegt bei 2.400 x 1.200 dpi und verfügt über eine automatische Scannkorrektur. Das vereinfacht die Arbeit beim Scannen enorm. Der MFC-J985DW ist ein Flachbettscanner und arbeitet mit der CIS-Scan-Technik. Das Ergebinis: einwandfreie Scannergebnisse.

Beim kopieren stehen einem bis zu 1.200 x 1.200 dpi Kopierauflösung zur Verfügung. Das gilt nicht nur für schwarz/weiß kopien sondern auch für farbkopien. Das ist auch der Grund wieso die Qualität bei schwarz/weiß-Kopien besonders gut sind.

In Betrieb

Während des Druckens macht der Drucker etwas komische Geräusche, die sich in etwa so anhören als würde eine Flasche, bei dessen Öffnung, pfeifen. Neben dieser eher nicht entspannenden Geräuschkulisse, ist dieses Produkt von Brother auch nicht gerade das Schnellste. Mit ca. 12 S./Min. für den schwarzweiß Druck und 10 S./Min. für Farbdrucke arbeitet er doch eher langsam. Im Vergleich zu den Farbdrucken des OfficeJet zwar nicht viel langsamer, verglichen mit den schwarz-weiß Drucken jedoch erheblich. Bei größeren Druck-Aufträgen machen sich die langen Druckzeiten des MFC-J985DW auch deutlich bemerkbar. Mit 2400 x 1200 dpi bietet er jedoch eine höhere Scan-Auflösung, als der OfficeJet.

Textdokumente Farbdokumente Bilder
sehr gut sehr gut etwas blass

Generell arbeitet er recht solide. Die schwarz-weiß Drucke wirken hochwertig und nicht verwackelt oder verschmiert. Die Farbdrucke mit greller Farbe hingegen sehen eher blass aus und enthalten unschöne Fehler.

All dies stellen Gründe dar, weshalb sich der Drucker auch nicht wirklich nutzungstechnisch kategorisieren lässt. Sein Funktionsspektrum, seine Größe als auch sein Preis würden ihn eher als Officedrucker identifizieren, während seine geringe Druckgeschwindigkeit seine Effizienz eher einschränkt und ihn weniger gebräuchlich für Büroarbeiten macht. Als Heimdrucker ist er im Schnitt vielleicht von den Funktionen und den Maßen her zu wuchtig und eventuell auch zu teuer, genauso für den Gebrauch im Studium. Deshalb muss man ihn wohl mögen, da er keine eindeutigen Vorteile für einen dieser Bereiche aufweist. Die Patronen sind auch nicht ganz so günstig. Die Kosten für XXL-Patronen liegen bei einem Preis von ca. 60 €. Dafür aber XXL. Es gibt auch hier etliche kompatible Patronen von anderen Herstellern, wobei auch wieder Vorsicht angesagt ist.

Fazit

Der Brother MFC-J985DW ist aus den beschriebenen Gründen kein Liebling auf den ersten Blick. Es hat eher den Anschein als benötigt er seine Fans, die ihn wegen seiner Eigenschaften schätzen. Da er nämlich recht schwer als auch groß ist, viele Funktionen aufweist, gleichzeitig aber langsam arbeitet, die anderen getesteten Modelle nicht unbedingt qualitativ übertrifft und sich in einer doch eher höheren Preisklasse befindet, macht ihn das zu einem einzigen Widerspruch.

Dennoch hat er durchaus seine guten Seiten und stellt so manch andere Konstruktionslösung dar. Das Einsetzten der Tinte ebenso wie die herausnehmbare Papierkasette sind beispielsweise sehr angenehm und praktisch gestaltet. Wer ihn also zu schätzen weiß, kann definitiv seinen Spaß mit ihm haben. Für wen allerdings die Qualität, die Schnelligkeit als auch die Kosten Argumente darstellt, sollte den kauf überdenken.

Preisentwicklung