Haftet eine Handyversicherung für Schäden durch mobile Zahlungen?

Nein, eine Handyversicherung ist in diesem Fall nicht der richtige Ansprechpartner, da sie nur für Schäden aufkommt, die entstehen, wenn das Gerät beschädigt wird oder entwendet wird. Typische Fälle, für die eine Handyversicherung aufkommt sind beispielsweise Schäden durch einen Sturz oder die Einwirkung von Wasser. Selbst wenn das Handy gestohlen wird, kommt die Versicherung nur dafür auf, wenn es aus einer Tasche oder mit Gewalt entwendet wird. Lässt der Besitzer es unbeaufsichtigt liegen oder vergisst es, muss der Geschädigte die Kosten selbst tragen.

Schäden, die durch mobile Zahlungen entstehen, fallen nicht in die Zuständigkeit der Handyversicherung, da bei ihnen das Handy bzw. Smartphone nur als Mittel zum Zweck benutzt wird. Wenn ein Nutzer zum Beispiel beim Onlinebanking Betrügern oder falschen Freunden auf den Leim geht, sollte er sich für die Regulierung des entstandenen Schadens an seine Bank und nicht an die Handyversicherung wenden. Bei so einem Schaden handelt es sich um Betrug bzw. Diebstahl persönlicher Daten. Welches Gerät dafür benutzt wurde, ob ein Smartphone, PC oder Tablet, spielt keine Rolle.

Für das Onlinebanking selbst gibt es eine ganze Reihe von Sicherheitsmaßnahmen. Speziell für das Handy sollten Nutzer einige Dinge beachten. Viele namhafte Hersteller bieten für ihre Spitzengeräte einen speziell konzipierten Schutz gegen Diebstahl und unbefugte Benutzung an. Damit lässt sich das Gerät nicht nur orten, sondern auch aus der Entfernung abschalten. Sensible Daten können gelöscht werden. Wird eine neue SIM Karte eingesetzt, bekommt der ursprüngliche Besitzer die neue Nummer als SMS an eine vorher festgelegte Notfallnummer zugesandt. Weiterhin ist der Besitzer dafür verantwortlich, sein Handy gegen unbefugte Benutzung zu sichern. Diese Maßnahme ist wichtig für den Fall, dass das Smartphone verloren geht oder irgendwo vergessen wird.

Alle modernen Geräte haben solche Sicherheitseinrichtungen. Dafür sind unterschiedliche Methoden wie z. B. ein Muster auf dem Sperrbildschirm, eine PIN-Eingabe oder die eher umstrittenen Entsperr-Funktionen durch Gesichtserkennung und Fingerabdrucksensor. Falls das Handy zum Bezahlen verwendet wird, sollte der Benutzer die Einstellungen so festlegen, dass sich Apps oder Webseiten nicht automatisch öffnen, sondern jedes Mal Passwort oder PIN eingegeben werden müssen, auch wenn das ein wenig unbequem ist.

Was tun, wenn es trotzdem passiert?

Falls das Handy gestohlen wird oder verloren geht, gilt es so rasch wie möglich zu handeln, da jedes Zögern bares Geld kosten kann. Die erste Handlung sollte darin bestehen, die SIM Karte des Geräts zu sperren. Am besten geschieht das im Internet über das Kontrollzentrum des Anbieters. Man kann auch den Kundendienst anrufen - einige Provider haben spezielle Notfall-Rufnummern.
Als zweiten Schritt empfiehlt es sich, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Wichtig: Die Anzeige benötigt man in jedem Fall als Nachweis des Schadens für die Versicherung. Sowohl für die Anzeige als auch für die Versicherung wird die IMEI Nummer des Handys benötigt. Das ist eine Nummer, die für jedes Gerät nur einmal vergeben wird und mit der das Handy eindeutig identifiziert werden kann.

In Panik verfallen sollte man nicht, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass mit einem gestohlenen Handy mobil Zahlungen getätigt werden können, da alle Zahlungsanbieter gegen solche Fälle vorsorgen. Und durch Diebe auflaufende Telefonkosten erstatten einige Versicherung sogar, meist bis zu einer Summe zwischen 100 und 200 Euro.

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