LanguageTool ist ein digitaler Schreibassistent der LanguageTooler GmbH aus Potsdam. Das Tool prüft Texte in über 30 Sprachen auf Rechtschreibung, Grammatik und Stil, markiert erkannte Stellen farblich und schlägt Korrekturen vor. Genutzt wird es im Browser-Editor, über Erweiterungen, Desktop-Programme und mobile Apps.
Grammatik, Rechtschreibung und Stil in einem Durchgang prüfen
Die Rechtschreibprüfung erkennt klassische Tippfehler, doppelte Wörter und vergessene Buchstaben. Darüber hinaus arbeitet LanguageTool mit einem Regelwerk, das Grammatik und Zeichensetzung abdeckt: falsche Fälle nach Präpositionen, fehlende Kommas vor Nebensätzen, Fehler bei der Verbstellung. Für Deutsch lassen sich die Varianten Deutschland, Österreich und Schweiz einstellen, die Spracherkennung läuft automatisch, wenn man zwischen Sprachen wechselt.
Technisch kombiniert das Tool dieses klassische Regelwerk mit KI und maschinellem Lernen. Dadurch erkennt es auch kontextabhängige Fehler, etwa Verwechslungen wie "das" und "dass" oder "wider" und "wieder". Die Stilprüfung bewertet zusätzlich Tonfall und Wortwahl: Füllwörter, Schachtelsätze, Wiederholungen, umgangssprachliche Formulierungen. Nicht jeder Hinweis muss übernommen werden, die Vorschläge lassen sich einzeln ablehnen.
Umformulieren per KI: der Textumschreiber
Der Textumschreiber ist die auffälligste KI-Funktion. Man markiert einen Satz, und das System liefert alternative Formulierungen, wahlweise kürzer, formeller oder flüssiger. Für einzelne Wörter gibt es Synonyme per Klick. Der Textumschreiber ersetzt kein Lektorat, hilft aber, wenn ein Satz sperrig wirkt und einem selbst keine zweite Variante einfällt. In der kostenlosen Version ist die Zahl der Umformulierungen begrenzt.
LanguageTool beim Schreiben von E-Mails, Angeboten und einer Hausarbeit
LanguageTool beim Schreiben einzusetzen bedeutet in der Praxis: Die Prüfung läuft dort, wo der Text entsteht. Bei E-Mails greift die Korrektur direkt im Webmailer, bei Blogartikeln im Redaktionssystem, bei Social-Media-Posts im Eingabefeld. Wer eine Hausarbeit schreibt, nutzt eher den Online-Editor oder das Word-Add-in, weil dort längere Texte am Stück geprüft werden. Strukturelemente wie ein Inhaltsverzeichnis bleiben dabei außen vor, geprüft wird der Fließtext.
Wo LanguageTool funktioniert: Add-on, Apps und Programme
Dass LanguageTool funktioniert, ohne das Programm zu wechseln, ist sein größter praktischer Vorteil. Verfügbar sind: der Online-Editor im Browser, Desktop-Programme für Windows und macOS, Apps für iOS und Android sowie Erweiterungen für Edge, Safari, Opera, Chrome und Firefox.
Browser-Add-on, Firefox-Erweiterung und Word-Add-in
Das Add-on installiert man aus dem jeweiligen Store, meldet sich an und sieht danach Unterstreichungen auf nahezu allen Webseiten mit Texteingabe. Die Rechtschreibprüfung für Chrome funktioniert genauso wie die Variante für Firefox, Unterschiede gibt es vor allem bei der Darstellung des Korrekturfensters. In Microsoft Word aktiviert man das Add-in über den Office-Store; danach erscheint LanguageTool als Seitenleiste neben dem Dokument. Für Google Docs existiert eine eigene Erweiterung, auch LibreOffice wird unterstützt.
Preise, Tarife und was die Gratisversion kann
Die Basisprüfung auf Rechtschreibung und Grammatik ist kostenlos und ohne Konto nutzbar, allerdings mit Zeichenlimit pro Prüfvorgang. Premium ergänzt die erweiterte Stil- und Tonalitätsanalyse, mehr Umformulierungen, längere Texte und persönliche Wörterbücher. Stand Februar 2025 liegt der Preis für Privatnutzer im Jahresabo bei einem einstelligen Eurobetrag pro Monat, monatlich kündbar kostet es deutlich mehr; Team-Tarife werden pro Platz abgerechnet, für Bildungseinrichtungen gibt es gesonderte Konditionen. Weil die Tarife regelmäßig angepasst werden, lohnt ein Blick auf die Preisseite vor dem Abschluss.
Datenschutz: Serverstandort Deutschland
Die Server stehen in Deutschland, Anbieter ist eine deutsche GmbH, damit gilt die DSGVO ohne Umweg über Drittlandtransfers. Für Unternehmen bietet LanguageTool einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung an. Texte werden laut Anbieter nicht dauerhaft gespeichert und nicht zum Training verkauft. Wer sensible Inhalte verarbeitet, kann den Prüf-Server im eigenen Netz betreiben, der Kern des Projekts ist quelloffen. Das ist ein echtes Unterscheidungsmerkmal gegenüber vielen anderen Schreibassistenten.
Praxisbeispiel: zwei Personen, 40 E-Mails am Tag
Eine selbstständige Steuerberaterin und ihre Assistentin schreiben täglich rund 40 E-Mails, dazu Angebote und gelegentlich einen Fachartikel. Das Add-on läuft im Browser und in Outlook. Typische Treffer: fehlende Kommas, der Dativ nach "wegen", versehentlich doppelte Wörter nach dem Umformulieren eines Absatzes. Das eigene Wörterbuch nimmt Mandantennamen und Fachbegriffe auf, damit die Prüfung nicht bei jedem Eigennamen anschlägt. Der Zeitgewinn liegt weniger im Korrigieren als im Nichtmehrnachschlagen.
Grenzen und Kritikpunkte
Die Erkennungsquote sinkt bei verschachtelten Sätzen, Fachsprache und literarischen Texten. Falschmeldungen kommen vor, besonders bei bewusst gesetzten Stilbrüchen. Einen frei nutzbaren KI Chat wie bei generativen Werkzeugen gibt es nicht, LanguageTool bleibt als KI Assistent auf Korrektur und Umformulierung beschränkt. In manchen Web-Apps kollidiert die Erweiterung mit der browsereigenen Prüfung.
LanguageTool Alternativen und andere KI Tools im Vergleich
Bei den LanguageTool Alternativen zielen die Anbieter auf unterschiedliche Aufgaben:
| Tool | Schwerpunkt | Kostenloses Angebot |
|---|---|---|
| QuillBot | Umformulieren, 23 Sprachen | sieben kostenlose Schreibtools |
| Scribbr | wissenschaftliche Texte | sechs kostenlose KI Tools |
| Duden Mentor | deutsche Rechtschreibung | zwei kostenlose Schreibtools |
| DeepL | Übersetzung, Write | zwei kostenlose Schreibtools |
Duden Mentor punktet bei deutscher Normfrage und Worttrennung, QuillBot beim Umschreiben englischer Texte. Für mehrsprachige Arbeit im Job bleibt LanguageTool wegen der Breite an Erweiterungen und Apps meist die praktischere Wahl.
Häufige Fragen zu LanguageTool
Ist LanguageTool kostenlos? Ja, die Prüfung auf Rechtschreibung und Grammatik ist gratis, Stilanalyse und Textumschreiber sind größtenteils Premium.
Wie zuverlässig erkennt es Fehler? Bei Alltagstexten hoch, bei Fachsprache und langen Perioden schwankend. Eine manuelle Durchsicht bleibt nötig.
Funktioniert es in E-Mails? Ja, über das Add-on in Webmailern sowie über das Add-in für Outlook und Word.
Welche Alternative passt wofür? Duden Mentor für reines Deutsch, Scribbr für Abschlussarbeiten, QuillBot für englische Texte.